Worum geht es im Hybriden Learning Design?

Im Professionalisierungsprogramm PB-380 der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg lehrten wir im Wintersemester 21/22 hybrides Learning Design. In unserem Seminar ging es für unsere Studierenden um das Re-Design eines Bildungsangebots ihrer Wahl.

Lernen im 21. Jahrhundert hat kaum mehr etwas mit traditioneller Wissensvermittlung zu tun. Der Nürnberger Trichter gehört zum Altmüll der Pädagogik. Heute wird Wissen kritisch geprüft, Theorie wird mit der Praxis verbunden, Lernprozesse werden visualisiert und designt, Binnendifferenzierung und Medieneinsatz systematisch konzipiert. Neu konstruiertes Wissen dient der Gestaltung innovativer Lernräume und social Settings. Gute Bildung ist zudem lernerzentriert. Eine inklusive Lerngemeinschaft, ein effektives Onboarding, formative Evaluationsmethoden, eine offene Gesprächskultur und anregende Herausforderungen, die Freude machen und inspirieren, sind die Quintessenz unseres Seminars.

Der Umgang mit digitalen Medien erfolgt spielerisch und kollaborativ. In der Medienfaktur haben wir mit der Integration von CANVAS und PRONTO zudem technologisch eine der fortschrittlichsten digitalen Lernumgebungen Deutschlands entwickelt.

Mein ganz besonderer Dank gilt unserer ehrenamtlichen Co-Dozentin, Janett Kloß aus Berlin, deren unermüdliche Unterstüzung, Team-Spirit und Professionalität ich nicht hoch genug wertschätzen kann, sowie unseren wundervollen Gruppen von Studierenden, die unglaublich viel Enthusiasmus, Arbeit und Mühe bewiesen haben, die in diesem Blog dokumentiert sind. Ich wünsche viel Freude und neue Einsichten.

Herzliche Grüße,

Joana Stella Kompa, M(Sc) Angewandte Psychologie, University of Liverpool, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt OLE+ (BMBF), Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Rückblick mit Ausblick zum PB-380
Hybrides Learning Design: Ist es wichtig, daran weiter zu arbeiten?

Im WiSe 21/22 trug unser Professionalisierungs-modul PB-380 den erweiterten Namen „Hybrides Lern Design“, da wir aufgrund unserer Erfahrungen und Best Practice für uns erkannt hatten, dass ein Learning Design hilfreich für die Bildung auf allen Ebenen und in allen Bereichen ist: Es setzt einerseits nicht nur den Rahmen für das formale Lernen (für Lehrkräfte, Dozierende, in Unternehmen etc.)  in den verschiedenen Feldern. Es beweist sich gleichfalls in Settings von Bildungsinstitutionen (Schule/ Hochschule/ Universität) im Bereich der persönlichen und informellen Weiterbildung.

Learning Design unterstützt Teilnehmende darin, essentielle Kompetenzen zu erwerben, um – in einer hochkomplexen Welt – souverän und selbstbewusst, oftmals in unbekannten sozialen Settings, miteinander kooperieren können. Viele Ziele stehen dabei nicht von vornherein fest, sondern entstehen im Prozess.

Beim Learning Design spielt die Visualisierung der Lernprozesse eine entscheidende Rolle. Einmal um sich der Inhalte des Angebots zu vergewissern, zu anderen um die Übernahme von geteilten Projekten und Aufgaben durch andere zu vereinfachen. Das führt zwangsläufig zur Frage der Messbarkeit einer evidenzbasierten Qualitätsentwicklung, was m.E. ein enormer Vorteil ist – nur so können Taxonomien, wie beispielsweise die Bloomsche Taxonomie, die seit den 50er Jahren die Grundlage des deutschen Bildungsauftrages stellt, in Frage gestellt und angepasst werden.

Learning Design ist ein neu-entstehender Fachbereich für Bildung in allen Bereichen. Es ermöglicht eine Lehre, die sowohl in Präsenz, als auch online oder hybrid, synchron oder asynchron umgesetzt werden kann. Dabei geht es weder um ein E-Learning System noch um Online-Lerninhalte oder ein LMS.

Eine Besonderheit unseres Modules ist nach wie vor, dass die Studierenden unser Dreh- und Angelpunkt sind. Dies hatten sie während des Semesters erkannt und sie mussten sich an die neue Rolle im aktiven Lernen während des Onboardings erst gewöhnen. Nicht der Lernprozess per se steht für uns im Mittelpunkt, sondern die Studierenden mit ihren Bedürfnissen. Dies resultiert in einen von der Lerngemeinschaft mitbestimmten Prozess, dessen Tempo unsere Studierenden mitbestimmen.

Dieses Semester sollten die Studierenden (u.a. inhaltlich, basierend auf ihren persönlichen Vorerfahrungen) von ihnen besuchte Lehrveranstaltungen weiterentwickeln. Ziel war es, diese in vielfältiger Hinsicht zu optimieren. Bemerkenswert war hierbei, dass die Studierenden der Sonderpädagogik eine andere Herangehensweise bewiesen, da sie die Lernenden intuitiv als Ausgangspunkt betrachteten. Die Studierenden der Universität Oldenburg sind in diesem Semester neue Wege gegangen: sie mussten bestehende Bildungsangebote re-designen, einen Pitch vorbereiten, sich einem Expertenteam stellen, Sequenzen von Lernphasen auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüfen und entsprechend kohärente Bildungsangebote gestalten. Sie präsentieren ihre Gruppenarbeiten zusammenführend in diesem Blog.

Für ihren weiteren Weg wünsche ich ihnen von Herzen alles Gute, viel Erfolg, viele neue Ideen und den Mut, out-off-the-box zu denken.

Janett Kloß, Diplom Pädagogin, Berlin und Ko-Dozierende im PB-380